The Witcher 3: Geralt als Psychotherapeut – Das Tölpelbold-Ritual aus psychologischer Perspektive

The Witcher 3: Tölpelbold-Ritual Fehlgeborener Psychologie

Ein totgeborenes Kind, das sich in ein Monster verwandelt hat, ein Vater mit Schuldgefühlen und ein Hexer, der ein psychotherapeutisch anmutendes Ritual durchführt: „The Witcher 3“ präsentiert eine packende und emotionale Geschichte rund um den blutigen Baron. Aus dem monsterartigen „Fehlgeborenen“ soll durch ein Ritual ein friedlicher Hausgeist werden. Die Geschichte führt uns tief in die Welt von Selbstvorwürfen, Trauer und Verdrängung und zeigt, wie ein Ritual psychotherapeutische Qualitäten entfalten kann…


In meinem neuen Artikel bei Spielkritik analysiere ich das vieldiskutierte Tölpelbold-Ritual aus psychotherapeutischer Perspektive. Ich war selbst erstaunt, wie gut die einzelnen Schritte des Rituals zu Trauer-, Abschieds- und Schuldverarbeitungsprozessen passen. Vielleicht habt ihr ja Lust, mal vorbeizuschauen:

The Witcher 3: Geralt als Psychotherapeut – Das Tölpelbold-Ritual aus psychologischer Perspektive

Ein herzliches Willkommen an dieser Stelle auch allen neuen Followern! Schön, dass ihr da seid! 🙂

Bild und Titelbild: eigene Screenshots aus The Witcher 3, CD Projekt Red.

Mitreden? Gerne!
Hinweis: mit der Nutzung der Kommentar- oder Likefunktion stimmst du der Verarbeitung deiner Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen dieses Blogs zu.

Der Fehlgeborene in „The Witcher 3“ – eine psychotherapeutische Perspektive zum Tölpelbold-Ritual

In einer Grafschaft findet Geralt an Bäumen und Häusern Vermisstenplakate von Tochter und Frau des Barons. Beim Besuch des Barons stellt sich heraus, dass dieser alkoholabhängig ist und im Suff seine schwangere Frau die Treppe heruntergestoßen hat, wodurch diese ihr Baby verlor und traumatisiert mit der anderen Tochter floh. Das in einem Abstand zum Anwesen verscharrte Kind hat sich nun in eine Art Monster, einen sogenannten „Fehlgeborenen“ verwandelt, welcher sich am Baron rächen wird, sobald er stark genug ist.

Das Spiel bietet die Möglichkeit, den Fehlgeborenen endgültig zu töten oder ein Ritual durchzuführen, das das Kind in einen Tölpelbold, eine Art friedlichen Hausgeist, verwandelt. In diesem Ritual sucht der Baron gemeinsam mit Geralt den Fehlgeborenen auf, muss ihn dort auf den Arm nehmen, zurück zum Anwesen tragen, ihn um Vergebung bitten, ihm einen Namen geben geben und ihn anschließend unter der Türschwelle begraben. Glückt das Ritual, hilft der Tölpelbold dabei, die verschollene Frau und Tochter des Barons zu finden.

Was ist hier also aus psychotherapeutischer Sicht geschehen? (Was im Spiel auf eine spezielle Situation hin dargestellt ist, lässt sich in großen Teilen ganz allgemein auf das Thema „Schuld“ / „Schuldgefühle“ und den Umgang damit übertragen)

Weiterlesen „Der Fehlgeborene in „The Witcher 3“ – eine psychotherapeutische Perspektive zum Tölpelbold-Ritual“