"Ori and the Blind Forest: Der Wald Nibel als Spiegel der Innenwelt Kuros" – mein erster Artikel bei Spielkritik.com!

… zur Zeit geht es Schlag auf Schlag! 😀 Ich habe mich außerordentlich gefreut, als mich Sylvio von Spielkritik.com Anfang des Jahres kontaktierte um zu fragen, ob ich vielleicht beim Quest-Log zu Gast sein möchte – was inzwischen bereits geschah. 🙂 Aus unserem Kontakt ergab sich dann die Planung eines Artikels für die Gastspieler-Reihe. Ich war ein wenig hin und her gerissen, welcher meiner Artikel aus den Entwürfen denn nun am besten geeignet wäre und ich beschloss, dass es der Artikel sein würde, der bis dahin noch am wenigsten ausgearbeitet war. 😀 (Nein, das ist in keiner Weise masochistisch… 😉 ) – Ihr habt es im Titel schon gelesen, es geht um den ersten Ori-Teil. Zu diesem wollte ich schon lange eine Deutung schreiben, aber ich tat mich schwer damit, die gesamte Story gut unter einen Hut zu bringen. Bis irgendwann – auch im Hinblick auf „Ori and the Will of the Wisps“ – Kuro in meinen Blick rückte und die Idee für den Artikel geboren war!

Nun, ohne weitere Umschweife: Hier der Link zum Artikel: „Ori and the Blind Forest: Der Wald Nibel als Spiegel der Innenwelt Kuros“

An dieser Stelle auch nochmals herzlichen Dank an Sylvio für die ganze Arbeit hinter den Kulissen, die die Veröffentlichung eines solchen Artikels mit sich bringt!

Bleibt zu Hause, bleibt gesund und – wenn ihr Lust habt – lest doch mal bei Spielkritik vorbei! Ich würde mich freuen! Und ihr wisst ja, inzwischen bin ich auch bei Twitter zu finden…
Jessica

Titelbild: Kuro beim Füttern ihrer Küken. Aus Ori and the Blind Forest (Definitive Edition), Moon Studios, 2015. Eigener Screenshot von J.Kathmann.

Mitreden? Gerne!
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News: bald geht es wieder los!

Puh, nun gab es aus beruflichen, persönlichen, privaten, … ganz verschiedenen Gründen eine ungewollte Winterpause hier, aber es scheint, als ob sich so manches wieder lichtet. 🙂

Heute hatte ich die phantastische Gelegenheit, am C.G. Jung-Institut im Rahmen einer Lehrveranstaltung zum Spiel „Zanzarah“ zu referieren und darzustellen, inwieweit es einen Individuations-, d.h. persönlichen Entwicklungsprozess, darstellt. Zanzarah fand seine erste Erwähnung meinerseits übrigens in meinem Artikel über die Bergsymbolik bei Videospielgeschichten. Das Referieren war richtiggehend beflügelnd, mit einem wunderbaren Publikum (ja, vielleicht schaut der Ein oder Andere hier vorbei – dann an dieser Stelle nochmals einen herzlichen Gruß und Dank!) und großartigem Austausch. Auch das hat mich darin bestärkt, das Projekt „Tiefengaming“ weiter zu verfolgen.

Erfreulicherweise haben mich auch verschiedene liebe Menschen kontaktiert zwecks Kooperationen – von einer kleinen werdet ihr in wenigen Wochen erfahren. 🙂

Aktuell schreibe ich an einem Artikel über „Eliza“ – das stand als Visual Novel, die sich mit Psychotherapie auseinander setzt, natürlich schon lange auf meiner Liste… so viel vorweg: es war in verschiedenster Hinsicht eine Zumutung – aber eine lohnenswerte! Auch schlummert noch ein weiterer Celeste-Artikel, diesmal zu Theo und seiner narzisstischen Verletzung, in den Tiefen der Entwürfe…

Ich hoffe also, ihr seid hier weiterhin am Start! Habt noch ein schönes Wochenende! … und auf Bald!

[Celeste]: Spieglein, Spieglein… ein neuer Blick auf Madeleine: wie können wir verdrängte Aggression als Schlüssel zu Madeleines Psychodynamik verstehen?

Was für ein fantastisches Spiel. Celeste – ein forderndes Game mit einem liebenswerten Rotschopf namens Madeleine, geplagt von einer Depression und Panikstörung. Es kursieren viele Interpretationen, in denen die Spiegelbild-Madeleine als Personifizierung von Madeleines psychischer Erkrankung gedeutet wird. Überspitzt lautet die Botschaft dann in etwa: „Akzeptiere deine Schwäche (bzw. psychische Erkrankung), und du kannst alles erreichen“. Ich möchte die Spiegelbild-Madeleine hingegen aus einer tiefenpsychologischen Perspektive nach C.G. Jung als Madeleines „Schatten“ deuten und aufzeigen, inwieweit Aggression sowohl als Ursache als auch als Lösung von Madeleines Depression und Panikstörung verstanden werden kann.

Weiterlesen „[Celeste]: Spieglein, Spieglein… ein neuer Blick auf Madeleine: wie können wir verdrängte Aggression als Schlüssel zu Madeleines Psychodynamik verstehen?“

Psycho-Review: The Cave

Review "The Cave" - psychologische Perspektive

„The Cave“ gehört zu den Spielen, die mir auf Steam irgendwie in die Hände gefallen sind – wahrscheinlich in einem Sale. Interessiert hat mich die Symbolik, in die Tiefe hinabzusteigen. Wie sich herausstellt, steigt auch jeder Charakter in seine eigenen seelischen Tiefen hinab. Ein Spiel, das von menschlichen Sehnsüchten und dunklen Geheimnissen erzählt… Also genau das Richtige zum Reviewen auf diesem Blog!

Kurzinfos zum Spiel

Bei „The Cave“ handelt es sich um ein Action-Adventure, das mit Jump’n’Run-Elementen kombiniert wird. Wir steuern jeweils drei von sieben zu Beginn auswählbaren Figuren durch eine 2D-Welt; jede der Figuren ist dabei auf der Suche nach dem einen „Objekt der Begierde“. Jeder Charakter hat eine spezielle Fähigkeit, die zum Lösen der nicht immer ganz leichten Rätsel verwendet werden kann, außerdem gehört zu jeder Figur ein Bereich, den man nur mit ihr betreten kann – ein mehrmaliges Durchspielen ist daher durchaus lohnenswert. Das ganze Spiel findet in „The Cave“ statt, einer sprechenden Höhle mit tiefschwarzem Humor, die behauptet, in sie würden die Menschen auf der Suche nach ihrem tiefsten Begehren steigen. So begleiten wir auch unsere drei ausgewählten „Helden“ durch die Höhle und lernen ihre dunklen Seiten kennen, die sie nutzen, um ihre Ziele zu erreichen. Morde kommen dabei durchaus häufig vor…

Studio & Publisher: Double Fine Productions
Erscheinungsjahr: 2013

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Minecraft: Bilder unserer Seelenlandschaft

Wer hat es nicht schon genossen, in Minecraft oder einer anderen Sandbox-Simulation eine Welt zu erschaffen? Das erhebende Gefühl, etwas ganz Eigenes zu kreieren, einfach drauf los zu bauen oder umgekehrt einer „Vision“, einem inneren Bild, Ausdruck zu verleihen?

Im Spielen solcher Games gehen wir einer ganz ursprünglichen Fähigkeit unseres Inneren nach – wir symbolisieren. Wer symbolisieren kann, ist in der Lage, psychische Gebilde zu erzeugen, die innere Zustände repräsentieren. Laut C.G. Jung, dem Begründer der analytischen Psychologie, sind Symbole in ihrer Bedeutung umfassender als ihr Begriff, sie sind aufgrund eines unbewussten Aspekts nicht vollständig erklärbar. (Vgl. C.G. Jung, Gesammelte Werke, Band 18/1, §432)
Man könnte daher auch sagen, dass wir in Symbolen Wege finden, einen inneren Zustand oder einen Teil unseres Seelenlebens auszudrücken. Diese Symbole sind auch universal verständlich – schauen wir uns beispielsweise Märchen oder Sagen aus verschiedenen Kulturen an, finden wir in den Motiven ganz viele Gemeinsamkeiten. Immer wieder geht es um die Sonne, um Brunnen und Wasser, um verdorrte oder vitale Felder, um besondere Bäume oder Häuser und Paläste.

Was tun wir also, wenn wir in Minecraft eine Welt erschaffen mit Dörfern, Feldern, Brunnen und Häusern?

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Der Fehlgeborene in „The Witcher 3“ – eine psychotherapeutische Perspektive zum Tölpelbold-Ritual

In einer Grafschaft findet Geralt an Bäumen und Häusern Vermisstenplakate von Tochter und Frau des Barons. Beim Besuch des Barons stellt sich heraus, dass dieser alkoholabhängig ist und im Suff seine schwangere Frau die Treppe heruntergestoßen hat, wodurch diese ihr Baby verlor und traumatisiert mit der anderen Tochter floh. Das in einem Abstand zum Anwesen verscharrte Kind hat sich nun in eine Art Monster, einen sogenannten „Fehlgeborenen“ verwandelt, welcher sich am Baron rächen wird, sobald er stark genug ist.

Das Spiel bietet die Möglichkeit, den Fehlgeborenen endgültig zu töten oder ein Ritual durchzuführen, das das Kind in einen Tölpelbold, eine Art friedlichen Hausgeist, verwandelt. In diesem Ritual sucht der Baron gemeinsam mit Geralt den Fehlgeborenen auf, muss ihn dort auf den Arm nehmen, zurück zum Anwesen tragen, ihn um Vergebung bitten, ihm einen Namen geben geben und ihn anschließend unter der Türschwelle begraben. Glückt das Ritual, hilft der Tölpelbold dabei, die verschollene Frau und Tochter des Barons zu finden.

Was ist hier also aus psychotherapeutischer Sicht geschehen? (Was im Spiel auf eine spezielle Situation hin dargestellt ist, lässt sich in großen Teilen ganz allgemein auf das Thema „Schuld“ / „Schuldgefühle“ und den Umgang damit übertragen)

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