Zu Gast bei Pixeldiskurs: „Flucht und Kampf: Spiele in der Corona-Krise“

Wenn Corona (für mich) auch nur einen Vorteil hätte, dann wohl der, dass ich endlich mehr Zeit für das Thema „Gaming und Psychologie“ habe. 🙂 Mit Stefan Simond vom Pixeldiskurs-Podcast sprach ich über Gaming während der Corona-Krise: welche Inhalte und Strukturen tun uns momentan vielleicht besonders gut und wie sind sie mit psychologischen Konzepten in Verbindung zu bringen? Natürlich fallen auch Begriffe wie „Verarbeitung“ und „Eskapismus“, aber ich finde, es gelingt uns gut, diese differenziert zu betrachten. Auch geht es um Single- und Multiplayer-Games, den Reiz von Shootern und Candy Crush und – wie dem Titelbild schon zu entnehmen ist – auch um Animal Crossing. Mir hat es jedenfalls wieder großen Spaß gemacht und ich habe mich sehr gefreut, mal wieder bei Pixeldiskurs zu Gast gewesen zu sein!

Hier findet ihr also den Link zur aktuellen Folge:

Pixeldiskurs #184 – Flucht und Kampf: Spiele in der Corona-Krise (mit Jessica Kathmann)

Viel Spaß beim Hören! Ich freue mich über eure Kommentare, Anregungen und Spiele-Empfehlungen! Bleibt gesund und genießt den Sonntag!

Mitreden? Gerne!
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Titelbild: Animal Crossing

Gaming in Zeiten von Corona: Interview bei Über/Strom

… da habe ich mich ja wirklich gefreut, als ich eine Mail in meinem Postfach von Mario Donick von Über/Strom fand, der mich nach einem Interview fragte! 🙂 Es sollte darum gehen, ob und wie man Computerspiele nutzen kann, um mit der aktuellen Situation umzugehen. Heraus kam dann -finde ich- ein ganzes Potpurri an Themen, angefangen von Psychotherapie, über C.G. Jung und Märchen bis hin zu Emotionsverarbeitung. Können Spiele beim „Abreagieren“ helfen? Können sie uns beim Entspannen unterstützen? Kann ein virtueller Spaziergang einen echten ersetzen?
Sind Computerspiele geeignet, um uns einen Zugang zu uns selbst zu ermöglichen? Oder fliehen wir durch das Spielen nicht vielmehr vor uns selbst?

Über das und so manches mehr haben wir also gesprochen. Aber lest doch einfach selbst. 🙂

Ich bedanke mich an der Stelle nochmals herzlich bei Mario und freue mich auch jederzeit über weitere Interviewanfragen. 🙂

Minecraft: Bilder unserer Seelenlandschaft

Wer hat es nicht schon genossen, in Minecraft oder einer anderen Sandbox-Simulation eine Welt zu erschaffen? Das erhebende Gefühl, etwas ganz Eigenes zu kreieren, einfach drauf los zu bauen oder umgekehrt einer „Vision“, einem inneren Bild, Ausdruck zu verleihen?

Im Spielen solcher Games gehen wir einer ganz ursprünglichen Fähigkeit unseres Inneren nach – wir symbolisieren. Wer symbolisieren kann, ist in der Lage, psychische Gebilde zu erzeugen, die innere Zustände repräsentieren. Laut C.G. Jung, dem Begründer der analytischen Psychologie, sind Symbole in ihrer Bedeutung umfassender als ihr Begriff, sie sind aufgrund eines unbewussten Aspekts nicht vollständig erklärbar. (Vgl. C.G. Jung, Gesammelte Werke, Band 18/1, §432)
Man könnte daher auch sagen, dass wir in Symbolen Wege finden, einen inneren Zustand oder einen Teil unseres Seelenlebens auszudrücken. Diese Symbole sind auch universal verständlich – schauen wir uns beispielsweise Märchen oder Sagen aus verschiedenen Kulturen an, finden wir in den Motiven ganz viele Gemeinsamkeiten. Immer wieder geht es um die Sonne, um Brunnen und Wasser, um verdorrte oder vitale Felder, um besondere Bäume oder Häuser und Paläste.

Was tun wir also, wenn wir in Minecraft eine Welt erschaffen mit Dörfern, Feldern, Brunnen und Häusern?

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Der Fehlgeborene in „The Witcher 3“ – eine psychotherapeutische Perspektive zum Tölpelbold-Ritual

In einer Grafschaft findet Geralt an Bäumen und Häusern Vermisstenplakate von Tochter und Frau des Barons. Beim Besuch des Barons stellt sich heraus, dass dieser alkoholabhängig ist und im Suff seine schwangere Frau die Treppe heruntergestoßen hat, wodurch diese ihr Baby verlor und traumatisiert mit der anderen Tochter floh. Das in einem Abstand zum Anwesen verscharrte Kind hat sich nun in eine Art Monster, einen sogenannten „Fehlgeborenen“ verwandelt, welcher sich am Baron rächen wird, sobald er stark genug ist.

Das Spiel bietet die Möglichkeit, den Fehlgeborenen endgültig zu töten oder ein Ritual durchzuführen, das das Kind in einen Tölpelbold, eine Art friedlichen Hausgeist, verwandelt. In diesem Ritual sucht der Baron gemeinsam mit Geralt den Fehlgeborenen auf, muss ihn dort auf den Arm nehmen, zurück zum Anwesen tragen, ihn um Vergebung bitten, ihm einen Namen geben geben und ihn anschließend unter der Türschwelle begraben. Glückt das Ritual, hilft der Tölpelbold dabei, die verschollene Frau und Tochter des Barons zu finden.

Was ist hier also aus psychotherapeutischer Sicht geschehen? (Was im Spiel auf eine spezielle Situation hin dargestellt ist, lässt sich in großen Teilen ganz allgemein auf das Thema „Schuld“ / „Schuldgefühle“ und den Umgang damit übertragen)

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