Gamescom-Congress 2019: Quartett der Spielekultur – Spielen in historischer Kulisse

„Assassins Creed: Odyssey“ & „A Plague Tale: Innocence“

DAS war eine richtig klasse Podiumsdiskussion! Geladen waren Lena Falkenhagen (Schriftstellerin und Computerspielautorin) und Nina Kiel (Spielejournalistin und Gamedesignerin); moderiert wurde das Quartett wieder von Melek Balgün und Markus Richter.

Diskutiert wurden die beiden spannenden Titel „Assassins Creed – Odyssey“ und „A Plague Tale – Innocence“. Leider habe ich beide noch nicht gespielt, aber nach dieser tollen Runde sind sie in meiner Prioritätenliste ein ganzes Stück nach oben gewandert. 🙂 Ich möchte in diesem Beitrag mit euch teilen, was mir im Gedächtnis geblieben ist und was ich mir spontan aus tiefenpsychologischer Perspektive zu den Titeln gedacht habe.

A Plague Tale – Innocence

Bei der Diskussion fand ich insbesondere die Unterschiedlichkeit der beiden „Gästinnen“ Lena Falkenhagen und Nina Kiel so spannend. Nina Kiel schien mir eher eine „Pragmatikerin“ zu sein, für die die Konsistenz und Glaubwürdigkeit der Spiele eine große Rolle spielen (was sicher auch dem Thema „Spielen in historischer Kulisse“ geschuldet sein mag). Lena Falkenhagen hingegen habe ich eher als „Gefühlsmensch“ erlebt, die sich insbesondere von der Geschichte von „A Plague Tale“ tief hat berühren lassen. Bei der Interpretation von Games, die ich noch nicht gespielt habe, halte ich mich eher zurück, aber es schien mir so, als ob Frau Falkenhagen eine symbolische Ebene von „A Plague Tale“ erfasst hat. Es scheint (auf einer Ebene) um eine Auseinandersetzung vom zutiefst Bösen mit dem zutiefst Guten zu gehen, also ein ganz grundlegend menschliches Thema, mit dem wir uns alle auseinandersetzen müssen. Laut Frau Falkenhagen funktioniert das Spiel genau über diesen Kontrast: „es ist grauenvoll und gleichzeitig großartig“.

Das fiel mir als Psychologin spontan dazu ein: Legt man die Interpretationsbrille der subjektstufigen Deutung (nach C.G. Jung) auf das Spiel, könnte man vielleicht Folgendes überlegen:
– Hugo, der kleine Bruder der Protagonistin Amicia, könnte als verletzlicher Persönlichkeitsanteil von Amicia selbst gedeutet werden
– Die Rattenmassen, die einem im Spiel begegnen, könnten eine symbolische Darstellung der dunklen Anteile in uns, vielleicht auch des überpersönlichen, sogenannten kollektiven Unbewussten, repräsentieren.

Laut Frau Falkenhagen sei das Spiel jedenfalls historisch gut recherchiert und glaubhaft dargestellt (abgesehen von den Auswüchsen zu „Rattentornados“ etc.). Ich bin sehr gespannt und werde – sobald ich das Spiel gespielt habe – noch einen weiteren Artikel dazu veröffentlichen.

Assassins Creed – Odyssey

Assassins Creed – Odyssey“ wurde aufgrund der leider knapp bemessenen Zeit etwas kürzer behandelt. Reizvoll scheint unter Anderem die Tatsache zu sein, dass man zwischen einem männlichen Protagonisten und einer weiblichen Protagonistin auswählen kann. Die weibliche Figur sei, weil sie mit dem klassischen Rollenbild bricht (ähnlich wie Amicia in A Plague Tale), der interessantere Charakter. Unter Gesichtspunkten der Authentizität funktioniere das Game eher wie eine griechische Sage, da auch „Übernatürliches“ passiere. Gerade das finde ich sehr reizvoll – noch ein Game, auf das ich mich sehr freue und von dem ich berichten werde! Jungianer haben ja grundsätzlich ein großes Interesse an Sagen, Legenden, Mythen, Märchen und Träumen… 🙂

Mitreden? Gerne!
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Bild: English: Dolon Painter Français : Peintre de Dolon, Odysseus Tiresias Cdm Paris 422, Zuschnitt von Jessica, CC0 1.0

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